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Rangiroa 04.Jul.2002
Eigentlich wäre die Überfahrt von Ahe nach Papeete geplant gewesen. Leider waren die Windverhältnisse aber nicht entsprechend gut. So entschieden wir uns, statt Papeete nun doch noch Rangiroa anzulaufen. Rangiroa ist das grösste Atoll der Toamotus und weltweit das zweitgrösste. Eine riesige Lagune, eingesäumt von einem schmalen Landstreifen. Beim ersten Tageslicht kamen wir beim Pass an, nachdem wir schon im Laufe der Nacht das Grossegel eingerollt haben um weniger Fahrt zu machen. Die Einfahrt in die Lagune gestaltete sich recht einfach obschon ein paar Knoten Strom entgegen kamen. Nachmittags ging s zum Tauchen. Beim Pass soll einer der schönsten Tauchplätze der Tuamotus sein. Und tatsächlich, es sind massenhaft grosse Fische zu sehen, auch eine ganze Menge Riffhaie und grosse Thunfische. Am Abend gabs Hörnligratin mit Apfelmus, Heimatabend unter 30° Temperatur sozusagen.

 

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Ahe 30.Jun.2002
Wir wussten ja bereits, dass wir es auf Manihi mit einem schweren Ankergrund zu tun hatten. Die allermeisten der Schiffe, die Manihi verlassen wollten, mussten einen Taucher schicken um die Ankerkette von den Korallen zu lösen. Auch uns ging es nicht anders. Ausser dass zusätzlich noch unsere Ankerwinsch in Einzelteile zerlegt in einer Kiste lag. Die Kette würde sich also nicht einfach elektrisch hochziehen lassen sondern musste in mühsamster Kleinstarbeit mit Seilen an Bord gekurbelt werden. Während Erwin also mit Tauchflasche beim Anker war, zog Martin die 50m Kette an Bord. Und 5m Kette sind viel ! Eine gute Stunde wurde also aus Leibeskräften gekurbelt und getaucht, bis die SALIARA wieder frei schwimmen konnte. Es eilte deshalb weil die Passagen in die Atolle nur in bestimmten Tiden durchfahren werden konnten. Man muss mit den Strom fahren, bei Ebbe auslaufen und bei Flut einlaufen oder beides bi Stillwasser. Wir hatten Glück und kamen problemlos aufs offene Meer hinaus. 15 Knoten Ostwind schob uns dann gemütlich unter Spinaker nach Ahe, dem Nachbaratoll von Manihi. Auch diese Passage meisterte die SALIARA mit stampfenden Maschinen, aber erfolgreich. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt. Ahe ist ein sehr ruhiger, schöner Ankerplatz in der Nähe des Dorfes. Zusammen mit der WEBEGONE lag die SALIARA abends im Paket vor einer richtigen Südsee-Kulisse.

 

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Manihi 29.Jun.2002
Auch in der Südsee kommt man als Segler nicht darum herum, Geräte, Schläuche, Pumpen, Motoren und dergleichen zu reparieren. Gelegentlich hört man auch den nicht unberechtigten Ausspruch "wir haben uns bis in die Südsee repariert", was insofern der Wahrheit recht nahe kommt, als das auf allen Schiffen immer etwas zu reparieren ist. Unsere heutige Aufgabe war der Rückwärtsgang. Die SALIARA konnte mit der rechten Maschine nur vorwärts fahren, was das Ankern recht schwierig machen kann. Wie das so geht, bricht auch am heutigen Tag ein wichtiges Teil, in dem Fall eine Schraube mit Kugelkopf, ab. Absolut illusorisch, ein Teil wie dieses auf einer Insel wie Manihi zu finden, wo selbst Gemüse und andere Lebensmittel nur an einem einzigen Tag in der Woche zu kaufen sind. Also bastelt man sich mit Feile und Schraubstock ein Teil zusammen und hofft, dass es bis zur nächsten grösseren Destination hält. Als zweite Arbeit war die Ankerwinsch an der Reihe. Die Ankerkette konnte nicht mehr eingezogen werden. Andy und Erwin hatten den ganzen Nachmittag zu tun, bis die Ankerwinsch säuberlich in Einzelteile zerlegt und in Plastiktüten verpackt in eine Kiste gesteckt wurde. Das alles, weil ein Zahnrad abgeschliffen und ein Teil der Elektromotorwicklung defekt waren. Auch hier ist die Ersatzteilbeschaffung oder -anfertigung in Manihi ein aussichtsloses Unterfangen. Wenigstens hatte Odette mit dem Besuch einer Perlenfarm einen schönen Tag. Sie brachte tütenweise Muscheln und ein paar Perlen als Souvenir an Bord. Zwar nicht erste Klasse, aber dennoch schön anzusehen. Das Wunder der Perlen, von hier kommen sie also. Südsee pur.

TUAMOTUS 26.Jun.2002

 

Manihi 25.Jun.2002
Mit dem ersten Regen nachts um 02:00 schläft auch der Wind ein. Die ganze Nacht hindurch wechselt die Windrichtung, nicht aber die Windstärke. Wir beschliessen gegen Morgen die Maschine zu starten, um aus dieser windarmen Zone rauszukommen. Wenn wir heute noch in Manihi einlaufen wollen, müssen wie um 12:00 Uhr oder gegen 16:00 Uhr vor der Einfahrt stehen. Bei diesem Wind, auch mit Maschine nicht zu schaffen. Die Stimmung ist gedrückt. Grauer Himmel, kein Hauch Wind und ein regennasses Schiff, die Stimmung sinkt. Gegen 08:00 Uhr haucht es wieder auf SSE. Wir können den Kurs wieder anlegen. Unter diesen Bedingungen könnte es klappen, Daumen drücken. Aber der Wind lässt nach. Um 10:00 Uhr schläft der Wind ein, die SALIARA dümpelt mit 3kn dahin. Es sind noch 35sm to go. Also keine Chance, auch mit Motor. Der Motor wird trotzdem gestartet, in der Hoffnung, den entstehenden Rückstand im Laufe des Nachmittags mit gutem Wind noch aufholen zu können. Um 15 Uhr sieht es immer noch nicht danach aus. Wir starten die zweite Maschine, Vollgas voraus. Die Steuerbordmaschine läuft unruhig, vermutlich eine unausgewogene Schraube, die hoffentlich nicht abfällt, wie in Nuku Hiva. Die Backbordmaschine verliert Wasser. Wir lassen beide laufen. Um 16:00 Uhr sieht es besser aus, die Insel erscheint. Wir sehen die Einfahrt und versuchen es. Der Kapitän ist nervös. Aber die Einfahrt klappt prima, trotz Wind. Um 17:15 Uhr fällt der Anker nach 495sm, Durchschnittsgeschwindigkeit 6,2kn, Spitze 14.7kn. Wir liegen absolut ruhig in Manihi, kein Hauch, fast schon gespenstig. Nach einem guten Sundowner steigt auch die Stimmung wieder. Wir freuen uns, wieder mal eine ruhige Nacht durchschlafen zu können.

 

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