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Panama City 30.Mar.2002
Der grosse tag fängt früh an 04:00; in Dunkelheit eine dreckige Kette raufziehen – ich liebe das Segeln. Unser Pilot, Victor kommt eine halbe Stunde früher als geplant, aber wir sind anscheinen Schuld, in der Schleuse ein Schiff verpasst zu haben. Naja es kommen ja genug von diesen Monstern. Stefanie und ihr Mann Saul, die kleine Schwester und Jack sind unsere Linehandler. Ähh, die einen Kochen, der eine bemüht sich und der andere bewegt sich nicht viel aber wenn dann auch effizient und leert den Kühlschrank. Rechts von uns eine 42 Benneton, links hängen wir am Schlepper. Vor uns die Mandarin Moon aus Singapore. Schon beeindruckend die Schleuse, im 1913 erbaut und noch Orginal im Betrieb. 3x10 Meter hoch, dabei immer wieder losbinden, anbinden, vorfahren... Der Kanalsee (Süsswasser) ist wirklich schön, wieviel Indios beim Bau ihr Land verloren haben interessiert wahrscheinlich niemanden mehr. Es würde sich lohnen hier für eine Nacht vor Anker gehen und die kleinen Urwaldinseln, die überall wie Pilze erscheinen, zu erkunden, dies ist jedoch Verboten. Wir sehen sogar sie pechschwarzen Affen, aber die beschriebenen „white balls“ leuchten nicht wie erzählt (gar nicht zu erkennen). Ab und zu kommt uns ein Monster entgegen. Victor hat heute keine Lust zum Arbeiten (hätte frei gehabt). (fahrt schneller sonst kommen wir nicht in einem Tag durch) (jaja du willst heim), aber wir sind wirklich langsam. Die Maschinen laufen auf vollen Touren und wir machen nur 6 Knoten? – zu schwer! Wir sollen die „Hunday 127“ überholen, was hat die echt geladen?, aber nach der engen Passage gibt sie wieder gas. Es wird ab und zu eng, aber no problemo. Kurz noch die 100 Meter Leine durchschneiden (wir brauchen 2x40 Meter) - erledigt. Hmm, die neuen Leinen sehen ziemlich kurz aus, ich glaube das waren gar keine 100 Meter eher so 70 – hopla, jetzt haben wir eine genug lange Leine weniger. Zum Glück ändern sich die Pläne des Piloten von Minute zu Minute und wir brauchen die Leine ev. doch nicht. Sehr wahrscheinlich gehen wir wieder mit der Mandarin Moon runter, aber es gibt ja noch einige Minuten um die Pläne zu ändern (unterwegs hat Victor noch ein Ersatztfunkgerät erhalten, ich denke ich weiss jetzt auch warum). Alles in allem ist nach 5 Stunden der Pacific in Sicht. Tatsächlich, wir sind vor der Mandarin wieder an einem Schlepper in der ersten Schleuse. Jetzt kann eigentlich fasst nichts mehr passieren. 10 Meter runter, 500 Meter über den kleinen See und ab in die zweite Schleuse. Nochmals 10 Meter runter, rein in die dritte und letzte. Die Schleusen sind riesig und wirklich beeindruckend, vor allem wenn man sich die Mandarin ansieht, knapp einen Meter Platz auf jeder Seite (ich glaube die Schiffe werden nach den Massen des Kanals gemacht). Die Türen öffnen sich und wir sehen ihn, el Pacifico! Victor ausladen (eigentlich war er ein Arsch), unter der einzigen Brücke über den Kanal durch und ab in den nächsten Hafen. Im Hafen angekommen neigen sich die kühlen Cervecas schon wieder dem Ende, aber zum Glück gibt’s noch alte Bekannte, die November liegt auch hier vor Anker.... Natürlich, wir liegen nicht gut, den bei Ebbe geht’s ja 6 Meter runter, o.k. umparkieren (dreimal, der Anker hält nicht). Bilanz: Alles ging gut, nur neu ist die Wasserpumpe beim rechten Motor undicht und links funktioniert die Lichtmaschine nicht. Noch mehr herumrennen am Montag... Jack und die zwei Schwestern verlassen das Schiff.

Colon, Panama 27.Mar.2002
Die Saliara liegt immer noch im Hafen von Colon. Mittlerweile haben wir schon einiges organisiert für die Querung des Panama-Kanals und die Weiterfahrt nach den Galapagos resp der Südsee. Das Schiff liegt sehr tief im Wasser. So viel Material war noch nie an Bord. Das Geheimnis liegt nun darin, für alle Kartons einen geeigneten Platz zu finden, damit sie nicht in den Weg kommen und das Schiff schön austariert ist. Voraussichtlicher Termin ist Samstag der 30.März. Langsam freuen wir uns auch auf s baden. Hier im Hafen empfiehlt sich das nicht. Geplant sind anschliessend ein kurzaufenthalt in Panama-City und später ein Stopp in den Islas Perlas, wo wir das Unterwasserschiff neu streichen wollen.

Colon 25.Mar.2002
In Color bereiten wir das Schiff auf die Durchfahrt durch den Kanal vor. Wir kaufen riesige Mengen Esswaren und Getränke ein, trennen uns von Ballst, der sich im Laufe der Jahre an Bord gesammelt hat. Das Ganze dauert nicht ein paar Tage. Heute warten wir auf die Kanalbehörde, die die Saliara vermessen und unsere Ausrüstung kontrollieren soll. Sie legen Wert auf die Länge des Schiffs (wegen Tarif), auf lange Leinen (um das Schiff im Kanal festzumachen) und eine saubere Toilette (für den Pilot). Wenn wir alle Anforderungen erfüllen, können wir den geforderten Betrag einzahlen und bekommen einen Termin. Der dürfte Mitte nächster Woche sein. Trotz des Dauerregens in Panama ist es wunderbar warm. Der Wind bläst kräftig und Welle schaukeln das Schiff permanent. Wir betrachten das als Training. Bord-eMail funktioniert momentan nicht, weshalb die Logbuch-Aktualisierungen nicht täglich erfolgen. Wir geben uns alle Mühe, das Problem in den Griff zu kriegen.

 

 

Colon, Panama 17.Mar.2002
Mit viel Wind segelten wir heute nach Colon zum Eingang des Panamakanals. Wir haben nur die Genua gesetzt und sind trotzdem die ganze Zeit um 8 kn gelaufen. Hier liegen ueber 40 Schiffe, die fast alle durch den Kanal wollen. Morgen kommt die Crew an, wir werden einkaufen fuer den Pazifik und dann so schnell wie möglich durch den Kanal gehen. Die naechsten Tage gibts also nicht mehr viel Neues zu lesen hier. Es gibt viel Arbeit zu tun.

 

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