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Baie Hakahetau 21.Jun.2002
Zwischen uns und den Tuamotus liegt immer noch eine dicke Wolkenbank. Wir sparen uns das schlechte Wetter und bleiben noch einen weiteren Tag im Schatten dieser phantastischen Berge. Die hoechste Spitze ist uebrigens von einem Schweizer 1966 ertbestiegen worden. Die kleineren, steileren haben deutsche Extremkletterer erst vor ein paar Jahren geschafft. Wir wollen nicht so hoch hinaus und fangen erst ein paar Koederfische und gehen dann mit dem Schlauchboot raus aufs Meer auf Thunfischjagd, allerdings mit durchschlagendem Misserfolg. Es gibt also heute keine geräucherten Fische mehr, sondern wir muessen wieder mit einem Filet vorliebnehmen. Es gibt hier Leute an Bord, die das gar nicht so schlecht finden, die klatschen sowieso schon lange nicht mehr, wenn wieder mal ein Fisch an der Angel zappelt. Morgen werden wir noch den Wetterbericht abwarten und dann, so Neptun will, die knapp 500 sm nach Manihi angehen.

 

Baie Hakahetau 20.Jun.2002
Josef packt seine Koffer. Schade, dass er wieder nach Hause muss. Nach drei Monaten auf der Saliara ist packen eine Glückssache. Findet man noch alles, was man irgendwann an Bord verstreut hat? Es werden noch die letzten Bilder synchronisiert und das Warten beginnt. Wird es der Taxi schaffen, pünktlich in der Bucht zu erscheinen ? Auf die Minute genau kommt ein Wagen um die Ecke gefahren, na wenn das nicht zuverlässig ist. Wir verabschieden Josef herzlich, hoffentlich klappen alle Verbindungen. Aber was machen wir. Ursprünglich war die Weiterreise zu den Tuamotus geplant, aber das Wetter auf der Strecke scheint sich verschlechtert zu haben. Mehrere Tiefdruckgebiete scheinen sich in der Nähe der Inseln gebildet zu haben. Über Funk berichten die Yachten von 30 Knoten Wind und schlechten Verhältnissen. Wir befinden, dass es wenig Sinn macht, die Strecke von 2-3 Tagen unter derart schlechten Bedingungen in Angriff zu nehmen und fahren wieder südwärts. Ua Pou ist das Ziel des heutigen Tages, wenn es sic überhaupt anlegen lässt. Webegone liegt da immer noch vor Anker. Es scheint Mirjam und Andy besser zu gehen, trotzdem wollen sie noch abwarten. Auch wir wollen das und fahren dieselbe Bucht an. Wie auf der Hinfahrt laufen wir unter flauem Wind in Schatten von Nuku Hiva. Sobald aber die Abdeckung der Insel vorbei ist, frischt der Wind auf, 20-30 Knoten blasen heftig von SE. Erwin macht 2 Reffs und das Vorsegel wir ein Stück eingerollt. Regenwolken ziehen vorüber und wir werden abwechslungsweise durchgeschüttelt und durchnässt. Kein schöner Segeltag heute. Die Saliara läuft trotzdem flott voran, das Ziel lässt sich ansteuern. Es schüttelt und rumpelt, wir sind froh, als die ersten Lichter in der Baie Hakahtetau in Sicht kommen. Um 19:00 Uhr, es ist bereits Nacht, nach 38.3sm, laufen wir in der Bucht ein, froh auch diese unfreundlichen Bedingungen gemeistert zu haben.

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Baie Haahopu 19.Jun.2002
Wir fahren Richtung Baie Haahopu, im Norden on Nuku Hiva. Die Bucht sieht zwar auf der Karte nicht gerade attraktiv aus, hat aber den unschätzbaren Vorteil in der Nähe des Flughafens zu liegen. Wir fahren mit voller Kraft aus der Bucht heraus, die Wellen sind 12 Fuss hoch und lassen das Schiff wie ein Korkzapfen schaukeln. Langsam kämpft sich die Saliara vorwärts. Die See ist aufgewühlt. Nur mit der verhältnismässig kleinen Genua läuft das Schiff bis 14 Knoten! Nach einigen Meilen nordwärts wendet sich das Blatt, vor uns liegt ist die See spiegelglatt, phantastisch. Die Bergkämme auf Nuku Hiva sind so hoch, das nicht mal mehr die starken Winde durchkommen. An segeln ist nicht mehr zu denken, die letzten Meilen in die Bucht fahren wir unter Maschine. Wir sind die einzige Yacht in der Baie Haahupu. Als Vorbereitung für den nächsten Tag suchen Odette, Erwin und Josef den Flughafen. Es ist 12:00 Uhr Mittags. Die Sonne brennt. Die Strasse zu Flughafen windet sich durchs Tal. Die Windfahne des Flugplatzes kommt in Sicht, es kann nicht mehr weit sein. Eine halbe Stunde später kommt die Piste in Sicht, es kann nicht mehr weit sein. Das Flughafengebäude liegt am entfernten Ende der Piste, auch das noch. Nach sieben Km Wanderung in der heissen Mittagssonne liegt er vor ihnen. Schnell wird die Lage gepeilt. Auch das noch; in Tahiti streikt der Flughafen. Der Flug Nuku Hiva - Papeete soll trotzdem stattfinden, sagen die Leute. Wir drücken Josef die Daumen, das der Flug morgen klappen wird. Ein ungutes Gefühl bleibt dennoch. Der Weg zurück ist ebenso streng wir der Weg zum Flughafen. In der Bucht angekommen fallen die Wanderer auf die Kissen, puh. Nicht noch einmal. Daumen drücken, das der Taxi morgen pünktlich ankommt und Josef zu Flughafen bringt. Auch über die Nacht bleibt die Bucht ruhig wie ein Binnensee, der ruhigste Ankerplatz der ganzen Reise, und der einsamste. Kein Boot verirrt sich in diese Gegend.

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Baie de Taioa 18.Jun.2002
Als erstes wird heute der sagenhafte Wasserfall besucht. Eine beeindruckende Wanderung durch eine sich verengende Schlucht führt ans Ende des Tals. Der Wasserfall ist nett, aber nicht so spektakulär wie beschrieben. Am Nachmittag wird der Umfang des Schadens von gestern bestimmt. Erwin taucht unter das Schiff und inspiziert die Schraube. Es fehlt tatsächlich ein Flügel der Faltschraube. Von diesem Teil haben wir wirklich noch 5 Stück an Bord. Diese Reparatur dürfte kein Problem sein. Und so ist es auch, nach einer Stunde Arbeit läuft die Maschine wieder rund. Tuamotus ahoi !

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Baie de Taioa 17.Jun.2002
Das Ziel des heutigen Tages ist noch unbestimmt, wir versuchen werden, im Osten der Insel nach Norden zu kommen. Die See draussen vor der Bucht scheint aber etwas rau zu sein. Gut möglich,dass es nicht reichen wird, gegen den Wind anzukommen. Wir starten die Maschinen und augenblicklich rumpelt es laut, steuerbordseitig. Was war das ? Wir versuchen nochmals, Gas zu geben, die Saliara rumpelt und vibriert stark. Nun ist es klar, hier ist etwas kaputt gegangen. Die Saliara wird gestoppt ,Erwin schappt sich die Schnorchelausrüstung und taucht in die Fluten. Nach zehn Sekunden ist es wieder oben. Ein Flügel der Schraube ist abgefallen. Nicht zum ersten Mal sind wir froh, über zwei Maschinen zu verfügen. Erwin erklärt die Tuamotus für gelaufen. Mit einer Maschine stampft die Saliara gegen 9 Fuss See, es geht langsam voran und an einen Kurs gegen den Wind ist nicht zu denken. Also geht’s nach Westen, Richtung Baie de Taioa, wo der sagenhafte Wasserfall sein soll. Die Strecke ist kurz, aber heftig. Wir laufen in die Bucht ein, beidseitig gehen riesige Felswände empor, es dunkelt langsam. Die Szenerie wirkt düster aber der Ankerplatz scheint ruhig zu sein. Eine handvoll Boote befinden sich in der Bucht. Wir werfen den Anker. Morgen müssen wir uns um die Backbordmaschine kümmern.

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